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Hyphessobrycon condotensis Regan, 1913, ein naher Verwandter des „Blauroten Kolumbianers“, Hyphessobrycon columbianus Zarske & Géry, 2002 aus dem Systemen des Rio San Juan und Rio Condoto in Kolumbien
Text und Bilder Kai Arendt
Als Mitte der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die ersten Berichte über den „Blauroten Kolumbien Salmler“ erschienen waren viele Aquarianer begeistet. Die ersten Nachzuchten dieser, heute zum Standandsortiment guter Aquaristikfachgeschäfte zählenden Traumfische erzielten damals Höchstpreise. Erst viel später wurde der Blaurote Kolumbianer wissenschaftlich als Hyphessobrycon columbianus beschreiben. Er stammt aus der kolumbianischen Nordprovinz Darien nahe der Grenze zu Panama und ist ein Vertreter einer Gruppe morphologisch einander recht ähnlicher Hyphessobrycon – Arten, die allesamt nordwestlich der Anden, von Costa Rica im Norden bis ins südwestliche Kolumbien, beheimatet sind.
Bereits im Jahre 2002 importierten sowohl die Firma Aquaglobal in Seefeld
bei Berlin als auch Aquarium Glaser in Rodgau als Beifänge in Sendungen des aus
dem System des transandinen Rio San Juan stammenden Rotaugen – Kaisersalmlers,
Nematobrycon lacortei Weitzman &
Fink, 1971 einen unscheinbar grau gefärbten Salmler mit hellblau leuchtenden,
besonders groß erscheinenden Augen. Ende 2003 importierte Aquaglobal diesen
Salmler noch einmal gezielt. Bei diesem Salmler handelt es sich um einen der
nahen Verwandten des berühmten Blau-roten Kolumbianers, der bereits seit fast
hundert Jahren wissenschaftlich bekannte Hyphessobrycon
condotensis Regan, 1913. Typuslokalität dieser Art ist der zum San Juan
System gehörende Rio Condoto. Es handelt sich um den südlichsten Vertreter
jener Artengruppe um
den Blauroten Kolumbianer. H. condotensis wird mit etwa 4 – 5 cm Länge etwa genau so groß
wie seine bunten nördlichen Verwandten. Genau wie diese ist der Kolumbianische Großaugensalmler
relativ hochrückig und seitlich stark komprimiert. Die Körpergrundfarbe ist
ein weißweinfarbenes Grau, das bei Wohlbefinden von einem leicht schimmernden
Hellblau überlagert wird. Die Flossen sind in der Regel transparent mit weißlich
auslaufenden Spitzen. Manchmal zeigen die unpaaren Flossen auch ein nicht sehr
intensives Rot, was besonders bei balzenden Tieren der Fall ist. Hinter dem
Kiemendeckel befinden sich auf den Körperseiten zwei dreieckige bis kommaförmige
Schulterflecken von denen besonders der Erste stets deutlich erkennbar ist während
der zweite oft nur verschwommen wahrzunehmen ist. Die recht großen Augen der
Tiere tragen eine mehr oder minder stark ausgeprägten senkrechten dunklen
Strich. Die Iris ist besonders bei den kleineren und schlankeren Männchen oft
hellblau schillernd und damit das einzige „Bunte“ an diesen kleinen
Fischchen.
Im Aquarium verhalten sich H. condotensis ähnlich wie die bekannten H. columbianus. Die friedlichen und lebhaften Fische bewohnen die mittleren Wasserschichten und ziehen gern in einem kleinen Schwarm durch den freien Schwimmraum. Eine dichte Randbepflanzung dient den Tieren zum Ausruhen. Besonders nach Wasserwechseln besetzen die Männchen kleine Reviere über Javamoosbüscheln und imponieren den Weibchen mit zum Zerreißen gespannten Flossen. Dabei können die Tiere auch schon einmal gegenüber anderen kleinen Mitinsassen aggressiv werden. Immer wieder kommt es dabei auch in härterem Wasser zu Laichabgaben und in nicht zu dicht besetzten und reich bepflanzten Becken kommen auch manchmal einige Jungfische hoch. Die Kolumbianischen Großaugensalmler lieben eine mäßige Strömung in der sie gerne spielen. Daneben sollte es aber auch einige strömungsarme Stellen zum Rasten im Aquarium geben. Die Haltungstemperaturen schwanken bei mir zwischen 22° und 28°C, was meinen H. condotensis offensichtlich gut bekommt. Die Tiere nehmen alles Lebend-, Frost- und Trockenfutter passender Größe problemlos an.
Literatur:
Bork,
D. (1995): Salmler – Neuheiten aus Südamerika. –Das Aquarium, 29(11): 21-23
Regan, C.T. (1913): The fishes of the San Juan River, Colombia. –Ann.Mag.Nat.Hist.(Ser.
8), 12(71): 462-473
Zarske, A. & J. Géry (2002): Der Blaurote Kolumbien – Salmler. Hyphessobrycon
columbianus n. sp. – ein neuer
Salmler (Teleostei, Characiformes, Characidae) aus dem kolumbianischen Darien.
–Das Aquarium, 391: 22-30
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